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Team News
Dienstag, 07.04.2026 10:55 Uhr | Ludwigsburg24, Ayhan Günes

Freiberg schlägt die Stuttgarter Kickers

Revanche geglückt, Tabellenführung zurück, ein Stück Geschichte geschrieben: Der SGV Freiberg schlägt am 27. Spieltag der Regionalliga Südwest die Stuttgarter Kickers im Derby mit 2:1 und holt weitere wichtige Punkte im Aufstiegsrennen.

Freiberg am Neckar. Als Schiedsrichter Marc Philip Eckermann nach 90 Minuten abpfiff, fiel spürbar eine Last ab. SGV-Präsident Emir Cerkez tanzte im Mittelkreis mit der Mannschaft, auf den Rängen brach Jubel los – es war mehr als nur ein Sieg. Es war Erleichterung. Und eine wichtige Hürde auf dem Weg in die Drittklassigkeit.

Mit dem 2:1 gegen die Kickers gelang dem SGV Freiberg am Ostermontag nicht nur die Revanche für das Pokal-Aus vor rund drei Wochen. Es war auch ein Stück Geschichte: der erste Heimsieg gegen die Blauen seit 22 Jahren und gleichzeitig die Rückeroberung der Tabellenspitze.

Mehr als nur drei Punkte

Es war das erwartete brisante Duell zweier Vorzeigeteams aus der Region Stuttgart – und auch ein Spiel, in dem sich zeigte, wie sich die Kräfteverhältnisse gerade neu ordnen. Freiberg spielte um die Tabellenführung. Die Kickers darum zu zeigen, dass an ihnen noch immer kein Weg vorbeiführt.

Offiziell waren 2.500 Zuschauer im Wasenstadion. Die Kulisse wirkte an diesem sonnigen Feiertag allerdings noch größer.

Traumstart für Freiberg

Die Gastgeber erwischten den besseren Beginn. Nach einer Ecke von Minos Gouras stieg Paul Polauke am höchsten und köpfte zum 1:0 ein (7.). Ausgerechnet Polauke – früher selbst bei den Kickers. Sein Jubel fiel entsprechend verhalten aus.

Danach brauchten die Gäste einen Moment, fanden dann aber besser ins Spiel. Vor allem David Tomic wurde immer gefährlicher. Erst vergab er eine große Chance, dann bekam er seine Gelegenheit vom Punkt: Nach einem Eckball sprang der Ball Kehl-Gomez an den Arm – Elfmeter.

Der glänzend aufgelegte SGV-Keeper Grawe ahnte zwar die Ecke, doch Tomic schoss hart und zu platziert. 1:1 (31.).

Freiberg antwortet postwendend

Was diese Mannschaft aktuell auszeichnet: Sie reagiert. Und wie.

Nur fünf Minuten später verlängerte Freiberg einen Ball per Kopf, die Kickers-Abwehr war unsortiert, Gal Grobelnik stand plötzlich frei und traf mit dem Außenrist zum 2:1 (36.). Ein Tor zur richtigen Zeit. Und der Halbzeitstand in einem intensiven Derby.

Chancen, Druck – und ein offenes Ende

Auch nach der Pause blieb die Partie offen. Freiberg hatte zunächst die besseren Möglichkeiten, verpasste aber die Entscheidung. Polauke, später auch Shipnoski – das 3:1 lag in der Luft.

Dann wurde es hektisch. Die Kickers drückten, Freiberg bekam Räume.

In der 90. Minute dann die große Chance zur Entscheidung: Elfmeter nach Foul an Julian Kudala. Doch Dornebusch parierte den Versuch von Shipnoski und hielt die Partie weiter offen.

Die Schlussminuten gehörten den Gästen. Die Kickers warfen alles nach vorne, aber Freiberg verteidigte das mit allem, was da war. Torhüter Grawe vorneweg.

Lushtaku: „Starke Antwort der Mannschaft“

Trainer Kushtrim Lushtaku zeigte sich nach dem Spiel zufrieden und blieb gleichzeitig klar: „Wir schauen nur auf uns und nicht darauf, was die Verfolger machen. Am Ende haben wir alles in der eigenen Hand“, sagte er gegenüber Ludwigsburg24.

Zum Spiel ergänzte er: „Der Elfmeter gegen uns war unnötig, aber berechtigt. Auf der anderen Seite hatten wir auch eine klare Situation im Strafraum der Kickers, die nicht gepfiffen wurde.“

Entscheidend sei jedoch die Reaktion gewesen: „Die Jungs haben weitergemacht, nicht aufgegeben und eine starke Antwort gegeben.“

Und doch: „Wir sind sehr leichtfertig mit unseren Möglichkeiten umgegangen. Dass wir den Elfmeter am Ende nicht machen, gehört zum Fußball auch dazu.“

Ein Derby mit Bedeutung

Dieses 2:1 war mehr als ein Derby-Sieg. Es war Revanche, Befreiung und ein Signal im Aufstiegsrennen.

Verfolger Großaspach hatte am Freitag vorgelegt, zwischenzeitlich die Tabellenführung übernommen. Der Druck war da. Freiberg hat ihm standgehalten und sich Platz eins zurückgeholt.

Blick nach vorne

Die kommenden Wochen werden richtungsweisend. Auswärts in Homburg, zuhause gegen Steinbach – und dann das große Duell gegen Großaspach.

Lushtaku bleibt trotzdem ruhig: „In den nächsten Wochen geht es gegen Top-Gegner. Wir wollen weiter befreit aufspielen und vor allem unser Spiel durchziehen.“

Der Nachmittag gegen die Kickers hat gezeigt: Freiberg ist bereit.