SGV Freiberg verliert spät
Der SGV Freiberg zeigt beim formstarken FC 08 Homburg über weite Strecken eine stabile Leistung, lässt jedoch in der entscheidenden Phase die letzte Konsequenz vermissen. Wie schon im Hinspiel fällt die Entscheidung spät – ein Déjà-vu, das die Tabellenführung kostet. Im engen Aufstiegsrennen bleibt dennoch alles offen.
Es war mehr als nur ein Auswärtsspiel. Mehr als nur ein weiteres Duell im Aufstiegsrennen. Für den SGV Freiberg wurde der Samstag in Homburg zur echten Reifeprüfung und am Ende zu einem bitteren Rückschlag.
Mit 1:2 unterlag der Tabellenführer beim formstarken FC 08 Homburg und musste die Spitze an Großaspach abgeben. Es war erst die vierte Saisonniederlage und eine, die besonders weh tut.
Auch deshalb, weil sie sich anfühlte wie ein bitteres Déjà-vu. Schon in der Hinrunde hatte Freiberg gegen Homburg mit 1:2 verloren, ebenfalls nach einem späten Gegentreffer. Wieder reicht ein Moment, wieder kippt das Spiel am Ende gegen den SGV.
Ein Topspiel mit Druck, Tempo und alten Verbindungen
Die Ausgangslage war klar. Großaspach hatte am Vortag gegen Mainz vorgelegt, Freiberg stand also unter Zugzwang. Gleichzeitig wartete mit Homburg ein Gegner in Topform – und einer mit besonderem personellen Hintergrund. Homburgs Trainer Roland Seitz hatte einst selbst in Freiberg gearbeitet, Lushtaku wiederum war damals sein Co-Trainer. Es war also auch ein Wiedersehen mit Geschichte.
Entsprechend aufgeladen war die Partie. Sportlich. Emotional. Mental.
Vor rund 1300 Zuschauern im sonnigen Waldstadion entwickelte sich von Beginn an ein intensives Topspiel. Homburg hatte in der ersten Halbzeit die etwas klareren Möglichkeiten, kam vor allem durch El-Helwe und Mendler gefährlich vor das Tor.
Freiberg hielt dagegen, ohne sich wirklich festzubeißen. Kudala und Laupheimer setzten offensive Akzente, doch insgesamt blieb die Begegnung offen und ausgeglichen. Das 0:0 zur Pause war folgerichtig.
Petö trifft den Pfosten, Homburg trifft ins Herz
Nach dem Seitenwechsel kam Freiberg besser ins Spiel und wirkte zunächst gefährlicher. Kudala hatte eine gute Möglichkeit, noch näher dran war Leon Petö, dessen Abschluss am Pfosten landete. Es war die Phase, in der das Spiel in Freiberger Richtung kippen konnte.
Doch Homburg blieb im Spiel und schlug in der Schlussphase zu.
In der 73. Minute nutzte El-Helwe einen schnellen Angriff über die rechte Seite zur 1:0-Führung für die Gastgeber. Freiberg wirkte kurz geschockt, zeigte dann aber die Reaktion, die man von einem Spitzenreiter erwartet. Nur drei Minuten später glich Paul Polauke – einmal mehr nach einer Standardsituation und einmal mehr per Kopf – zum 1:1 aus (76.). Es war bereits Saisontreffer Nummer fünf für den 26-jährigen Abwehrspieler.
Große Freude kam dennoch nicht auf. „Ich hoffe, es war nicht mein letztes Tor – aber es fühlt sich natürlich nicht gut an, wenn man verliert“, sagte Polauke nach der Partie. „Am Ende steht immer die Mannschaft im Mittelpunkt. Es zählt nur der Erfolg des Teams.“
Dieser Punkt hätte gereicht, um die Tabellenführung zu behaupten. Doch Freiberg bekam das Spiel in der Schlussphase nicht mehr kontrolliert.
Statt selbst noch nachzulegen, kassierte der SGV kurz vor Schluss den nächsten Nackenschlag. Nach einem Ballverlust im Aufbau schaltete Homburg schnell um, Goncalves legte quer auf Inanoglu, der in der 88. Minute eiskalt zum 2:1 traf.
Freiberg fand keine Antwort mehr.
Polauke: „Bitter, aber kein Weltuntergang“
Torschütze Paul Polauke ordnete die Partie nach dem Schlusspfiff nüchtern ein. „Es war das erwartete schwere Spiel gegen Homburg. Sie hatten einen guten Matchplan, wir aber auch“, sagte der Innenverteidiger gegenüber Ludwigsburg24.
Die Niederlage sei schmerzhaft, aber kein Grund, in Hektik zu verfallen. „Natürlich ist das bitter, aber kein Weltuntergang.“
Vor allem die Phase nach dem Ausgleich wurmte ihn. „Wir haben es nach dem Ausgleich verpasst, selbst den Lucky Punch zu setzen.“ Gerade das dürfte den Freibergern zusetzen, denn die Partie war in genau diesem Moment offen – und kippte wenig später doch wieder auf die andere Seite.
Spitze verloren, Rennen offen
Mit der Niederlage gibt Freiberg die Tabellenführung an Großaspach ab – ein ungewohntes Bild nach vielen Monaten an der Spitze. Doch entschieden ist noch nichts.
Homburg unterstrich mit dem Sieg einmal mehr seine starke Form, hatte zuletzt bereits Großaspach bezwungen und bestätigte seine Rolle als unangenehmer Faktor im Aufstiegsrennen. Die Saarländer klettern damit auf Rang drei und mischen weiter kräftig mit.
Für Freiberg geht es nun darum, die Niederlage schnell zu verarbeiten und die richtige Reaktion zu zeigen. Am kommenden Samstag wartet mit Steinbach die nächste anspruchsvolle Aufgabe.
Polauke formulierte die Marschroute deutlich: „Alles andere als drei Punkte wäre extrem enttäuschend. Wir müssen jetzt an unserer Linie festhalten.“
Und dann ist da schon das Spiel, auf das seit Wochen alles zuläuft. Am 22. April kommt es zum direkten Duell mit Großaspach. Ein Spiel, das weit mehr als nur drei Punkte bedeuten könnte.
