Spitzenreiter SGV Freiberg trotzt Stadiondebatte
Der SGV Freiberg bleibt in der Regionalliga Südwest auf Erfolgskurs. Der Tabellenführer setzte sich vor rund 850 Zuschauern im Wasenstadion mit 2:0 gegen den formstarken FC-Astoria Walldorf durch. Während rund um den Verein über Stadionumzug und Zukunftsfragen diskutiert wird, liefert die Mannschaft auf dem Platz weiter Ergebnisse. Tore von Leon Petö und Joker Julian Kudala sichern den nächsten wichtigen Sieg im Titelrennen.
Der SGV Freiberg lässt sich von den Diskussionen um Stadionumzug und Zukunftsfragen nicht aus der Spur bringen. Vor rund 850 Zuschauern im Wasenstadion gewann der Tabellenführer der Regionalliga Südwest am Samstag mit 2:0 gegen den formstarken FC-Astoria Walldorf und behauptete damit seine Spitzenposition. Es war der 15. Sieg im 23. Saisonspiel, der Vier-Punkte-Vorsprung auf Verfolger SG Sonnenhof Großaspach bleibt bestehen.
Walldorf kam als „Favoritenschreck“ nach Freiberg. Die Nordbadener hatten zuletzt sowohl den SV Sandhausen als auch den FC Homburg bezwungen und sich in der Spitzengruppe festgesetzt. Für den SGV ging es darum, den eigenen Lauf zu bestätigen und zu zeigen, dass die Debatte um den künftigen Umzug ins Heilbronner Frankenstadion die Konzentration nicht beeinträchtigt.
Frühe Führung durch Petö
Die erste Möglichkeit gehörte noch den Gästen, als Goß zum Abschluss kam. Doch Freiberg antwortete schnell, direkt und konsequent. Über die rechte Seite schaltete der SGV früh um, Meghon Valpoort trieb den Ball nach vorne, der Angriff wurde sauber ausgespielt – am Ende war es Leon Petö, der mit Saisontreffer Nummer 10, aus rund elf Metern abschloss. Sein Schuss wurde leicht abgefälscht und landete zum 1:0 im Tor der Walldorfer (11. Minute).
Der Tabellenführer blieb danach am Drücker. Adigo und Laupheimer verpassten das 2:0 nur knapp, weitere aussichtsreiche Situationen spielten die Gastgeber nicht konsequent genug zu Ende. Walldorf brauchte lange, um wieder gefährlicher aufzutauchen. Kurz vor der Pause musste FCA-Keeper Schragl gleich zweimal eingreifen, um einen höheren Rückstand zu verhindern. Zur Halbzeit war die Führung des SGV klar verdient und hätte durchaus deutlicher ausfallen können.
Joker Kudala sorgt für die Entscheidung
Nach dem Seitenwechsel versuchte Walldorf, mehr Druck zu entwickeln, blieb aber im letzten Drittel zu harmlos. Freiberg stand defensiv stabil, verschob kompakt und ließ nur wenig zu. Die Entscheidung fiel nach gut einer Stunde – wieder über die rechte Seite, wieder mit Meghon Valpoort als Schlüsselfigur.
Nach einem weiten Ball startete Valpoort an der Linie durch, setzte sich auf dem Flügel durch und legte im Strafraum quer. Dort lauerte der kurz zuvor eingewechselte Julian Kudala, der aus rund zehn Metern zum 2:0 abschloss (66. Minute). Sechs Minuten nach seiner Einwechslung hatte der Joker gestochen und die Partie endgültig in Richtung Heimsieg gedreht.
Walldorf bemühte sich in der Schlussphase um den Anschlusstreffer, fand aber keinen Weg durch die Freiburger Defensive. Viele Ansätze verpufften früh, klare Torchancen blieben Mangelware. So blieb es beim 2:0 – einem Sieg, der in seiner Klarheit ebenso wichtig war wie in seiner Wirkung.
Fokus auf dem Platz trotz Nebengeräuschen
Der Erfolg gegen Walldorf kam in einer Phase, in der es um den SGV herum alles andere als ruhig ist. Der geplante Umzug der ersten Mannschaft ins Frankenstadion nach Heilbronn, die damit verbundenen Lizenz- und Strukturfragen und die Debatten um die künftige Identität des Vereins sorgen seit Tagen für Gesprächsstoff.
Auf dem Platz ließ sich die Mannschaft davon nichts anmerken. Der Tabellenführer trat konzentriert, organisiert und effizient auf. Defensiv eng und stabil, offensiv mit klaren Aktionen und mit Valpoort als doppeltem Vorbereiter sowie Kudala als Joker, der das Vertrauen des Trainerteams sportlich zurückzahlte.
Stimmen zum Spiel
Nach dem Abpfiff war bei Kushtrim Lushtaku nichts von großer Geste zu sehen, eher konzentrierte Zufriedenheit. Walldorf war für ihn genau der Prüfstein, den er erwartet hatte. „Walldorf hat eine sehr starke Halbzeit gespielt“, sagte er. „Wir haben früh das erste Tor gemacht und versäumen das Zweite zu machen, als Laupheimer allein aufs Tor zuläuft.“
Dass seine Mannschaft nun zum vierten Mal in Folge ohne Gegentor blieb, wollte Lushtaku nicht allein der Defensivreihe zuschreiben. „Es ist nicht nur die Abwehr“, sagte er. „Wir kommen in jedem Spiel zu Torchancen. Wichtig ist, dass wir hinten stabil stehen. Die Jungs sind topfit, die Abstände stimmen, wir sind auf einem guten Weg und vorne sind wir deutlich effektiver geworden.“
Auch die Rahmenbedingungen im Wasenstadion ließ der Trainer nicht unter den Tisch fallen, ohne sie als Ausrede zu nutzen. „Der Platz war nicht tief, aber holprig – und er wird nicht besser. Wir müssen damit klarkommen. Für uns ist jetzt jedes Spiel ein Finale – ob zuhause oder auswärts“.
Und während draußen schon über ein mögliches Titelduell mit Großaspach gesprochen wird, bleibt Lushtaku bei seiner Linie. „Ich befasse mich nicht mit anderen Teams. Wir schauen nur auf uns.“
Die Diskussionen um den geplanten Umzug nach Heilbronn, Lizenzverfahren und Nebengeräusche im Hintergrund blendet er nicht aus – aber er sortiert sie weg von der Kabine: „Es herrscht nun Klarheit und das ist gut und wichtig“, sagte er. „Wir konzentrieren uns auf das Sportliche. Nur das können wir beeinflussen. Wir legen den Fokus auf die Woche.“
Die aktuelle Siegesserie von sechs Spielen interpretiert er weniger als Lauf, sondern als Reaktion.
„Wir haben unsere Lehren aus der Negativserie gezogen“, so Lushtaku. „Wir nehmen jeden Gegner sehr ernst. In jedem Spiel müssen wir 100 Prozent geben“.
Joker Kudala und sein fünfter Treffer
Offensivspieler Julian Kudala war – neben Leon Petö und dem immer wichtiger werdenden Meghon Valpoort – erneut der Mann für den entscheidenden Moment. Nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung sorgte er mit dem 2:0 für die Vorentscheidung; sein Treffer war mehr als nur eine weitere Zahl auf der Anzeigetafel.
„Es war kein einfaches Spiel. Walldorf hatte seine Chancen“, sagte der Angreifer im Gespräch mit Ludwigsburg24. „Wir waren sehr effektiv, wir hätten das 2:0 aber auch schon früher machen können.“
Auf seine Rolle als Einwechselspieler angesprochen, blieb Kudala gelassen und stellte das Kollektiv in den Vordergrund: „Es ist schön, als Joker reinzukommen und zu treffen. Ich habe meinen Beitrag geleistet“, sagte er. „Der Sieg war extrem wichtig. Die Teamleistung wurde belohnt. Das war das Schöne.“
Kudala kam in der 60. Minute in die Partie und traf in der 66. Minute, auch als Ergebnis einer bewussten Belastungssteuerung nach seinen vielen Einsätzen in den vergangenen Spielen. In der Bewertung der Gesamtsituation schloss er sich der Linie seines Trainers an: „Wir schauen nur auf uns“, sagte er. „Wenn wir unser Spiel spielen, dann müssen wir nach niemandem schauen.“ Es war sein fünfter Treffer im zehnten Einsatz – in einer Saison, in der sein Vertrag im Sommer ausläuft.
Damit bringt Kudala in einem Satz auf den Punkt, was diesen Nachmittag in Freiberg ausgemacht hat: Während draußen über Stadien, Städte und Namen diskutiert wird, konzentriert sich die Mannschaft auf das Sportliche und findet ihre Ruhe dort, wo sie entsteht – über Siege auf dem Rasen.
